Tango-Gedanken


High Heels – sexy und effektiv

 

Tangoschuhe sind sexy Sandalen auf hohen Absätzen. Der besondere Reiz und die Schönheit von Tangoschuhen liegen nicht allein in ihrem Sex-Appeal, sie liegen vor allem in ihrer Effektivität.

 

Der Tangoschuh mit seinem hohen Absatz macht ein langes, schlankes und elegantes Bein, er stellt die Tänzerin aber auch auf ihre Ballen und unterstützt sie so dabei, sich leicht und geschmeidig zu bewegen.

 

Die Beine der Milonguera stehen besonders für erfahrene Tänzer im Fokus der Aufmerksamkeit. Je schöner und sicherer sie die Füße setzt, desto eleganter wirkt sie und desto anziehender ist sie als Tanzpartnerin. Ein Paar visuell ansprechende Tangoschuhe unterstreichen das Ganze.

 

Tangoschuhe gibt es in den verschiedensten Absatzhöhen, in allen Farben und Formen, und den letzten Schliff, die persönliche Note, bekommen sie oft durch eine farbliche Gestaltung der Zehennägel.

 

Dann ist der Milonguero gefordert, das Können und die Kreativität der Milonguera zu erwidern und durch eine einladende Führung ihre Beinarbeit vollends zur Geltung zu bringen.


Wir wünschen viele schöne Tangos

 

Eure Tango Akademie München




Der Flow im Raum

 

Meist nähern wir uns dem Tango von außen nach innen: wir sehen ein tanzendes Paar, finden das schön und wollen uns auch so bewegen. Sobald wir selbst tanzen, merken wir, dass erst der Blick nach Innen den Ausdruck im Außen ermöglicht.

 

Das tanzende Paar auf der Tanzfläche ist für alle sichtbar. Die Ausstrahlung für alle wahrnehmbar. Der Raum, den das Paar einnimmt, für alle erkennbar.

 

Die Räume, die im Inneren der Körper geschaffen werden, sind für Außenstehende kaum zu erkennen – und genau da fängt der Tango für uns an. Der Tango bietet Raum für eine Verbindung zwischen zwei Menschen, die gemeinsam einen Flow erleben.

 

Doch vor der Verbindung kommen erst einmal wir selbst. Beginnt die Bewegung mit dem Blick nach innen, verändert sich die Betrachtung der Welt im Außen. Wir nehmen Räume wahr, wo vorher keine waren. Wir sehen Möglichkeiten, die vorher nicht existierten, und wir gestalten Kombinationen, die vorher nicht bestanden.

 

So werden wir im Tango zum Entdecker neuer Welten.


Wir wünschen viele schöne Tangos

 

Eure Tango Akademie München




Cabeceo oder die traditionelle Form des Aufforderns

  

Alleine das Betreten einer Milonga ist schon etwas Besonderes: das Summen der Musik, die Stimmen der Besucher im Hintergrund und das Verlangen, sich zur Musik zu bewegen.

 

Man geht erstmal zur Bar, holt sich sein Glas Wein und kommt an, auf der Milonga. Man nimmt einen ersten Schluck und lässt den Abend beginnen.

 

Dann schlendert man zu einem Platz, von dem aus man einen guten Blick auf das Geschehen hat. Wartet auf das Lied, bei dem man nicht mehr sitzen kann, und lässt den Blick über die Anwesenden streifen, bis er bei der Dame verweilt, in deren Augen man das gleiche Bedürfnis wahrnimmt.

 

Die Blicke der beiden verbinden sich und während der Milonguero aufsteht und auf die Milonguera zuschwebt, wird der Augenkontakt gehalten. In dem Augenblick, in dem der Milonguero vor der Milonguera steht und diese sich vor ihm erhebt, ist der Pakt für den Tanz geschlossen.

 

Oder aber die Milonguera bricht den Augenkontakt ab und signalisiert so, dass sie (doch nicht) aufgefordert werden möchte. Ohne sein Gesicht zu verlieren, kann der Milonguero zu seinem Platz zurückkehren oder eine andere Dame auffordern.

 

Diese Form des Aufforderns folgt der Etikette aus vergangen Tagen und ist mitverantwortlich für das besondere Flair einer Tango-Veranstaltung. Auch nach über 100 Jahren hat es seinen Reiz nicht verloren und ist: Einfach zeitlos spannend!


Wir wünschen viele schöne Tangos

 

Eure Tango Akademie München




El Abrazo

 

Das Schönste für mich beim Tangotanzen ist eine liebevolle Umarmung.

Sanft, leicht und wohltuend sollte sie die Stimmung beim Tanzen unterstützen.

 

Wir pflegen bei Anfängern eine besondere Art der Umarmung, die wir sie zelebrieren lassen, um die Innigkeit zu schulen.

 

Gut zwei Meter auseinander stehen die Paare und schauen sich lange und tief in die Augen. Bis der Mann in den Augen der Frau wahrnimmt, dass sie in den Arm genommen werden möchte. Erst dann nähert er  sich auf  sanfte und bestimmte Art der Frau, bis er direkt vor ihr steht.

 

Durch ein streichelndes Hineingleiten in die Umarmung wird die Innigkeit erweckt, ein dahinschmelzendes Lächeln wird sichtbar in den Augen der Frau.

 

Sie lässt los und gibt sich ganz dem Tango hin, diese Innigkeit, die die Frau ausstrahlt, springt auf den Mann über und verleiht ihm Flügel.

 

So eingestimmt gleiten sie dahin zum Takt der Musik, mit einer Stimmung, die ein Geheimnis zwischen ihnen beiden ist.

 

Der sich daraus ergebende Flow ist einzigartig und macht den Tango zu etwas ganz Besonderem.


Wir wünschen viele schöne Tangos

 

Eure Tango Akademie München


 


Der Blick in die Vergangenheit

 

Die Rollen könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Mann als Gestalter des Tanzes, der wie ein Lotse an Board eines Schiffes das Paar durch die Herausforderungen der Tanzfläche steuert. Die Frau, die zum Strahlen gebracht wird und den Lotsen dabei wie ein Kapitän zu der Kreativität leitet, die sie begeistert.

 

Woher kommt dieses Klischee?

Aus dem 19. Jahrhundert, aus einem von Machismo geprägten Land. Wo man sich für die weibliche Schönheit zu tödlichen Duellen hinreißen lässt. Aus einer Ära, in der der Tanz der armen Bevölkerung seinen Weg in die Salons der Herrschaften findet. Wo der Mann mit stolz geschwellter Brust voranschreitet und die Frau im Ausdruck Ihrer Weiblichkeit ihm ihre Brust entgegenbringt.

 

Und so bietet der Tango argentino eine Möglichkeit, sich nicht nur gemeinsam zur Musik zu bewegen, sondern auch in längst vergangen Zeiten zu schwelgen. Raus aus den Ansprüchen der Gegenwart, hinein in ein Zeitalter der großen Salons mit riesigen Orchestern, eleganten Ballkleidern und gepflegten Manieren.

 

Diese Bilder allein lassen ein Feuerwerk der Sehnsüchte in uns entstehen und machen diesen Tanz unersetzbar für alle, die vom Tangofieber befallen sind.

 

Die verschwundene  Zeit der intensiven Darstellung von Weiblichkeit und Männlichkeit lässt uns in Kontakt treten zu Verhaltensmustern, die heute teilweise nicht mehr erwünscht sind. Ein idealer Zugang zu einem Rollenspiel, in das man hineinschlüpfen kann, wenn man auf eine Milonga geht und das man aufgibt, wenn man sie wieder verlässt.

 

Somit kann der Tango argentino eine Auszeit sein, in der wir für ein paar Stunden am Abend weit, weit weg vom Alltag sind.

 

Wir wünschen viele schöne Tangos

 

Eure Tango Akademie München

 

 


Gedanken zum Thema Figuren tanzen

 

Immer wieder finden wir Diskussionen zum Thema Figuren tanzen……auch wir haben uns dazu Gedanken gemacht.

 

Wir alle tanzen Figuren, dieser Gedanke schoß mir irgendwann nach der x-ten Diskussion zum Thema „Figuren tanzen oder improvisieren“ durch den Kopf. Die Figur ist ja nur eine Position, ob ich nun improvisiere oder den Grundschritt tanze, das Ergebnis ist immer, eine Position zu erreichen, die wir als Figur bezeichnen.

 

Was ist besser? Keines von beiden! Es sind zwei Möglichkeiten, dasselbe Ergebnis zu erreichen. Die einen wollen Routine, die anderen wollen Abwechslung.

 

Der Grundschritt vermittelt den Anfängern schnellere Erfolge, da hier mit genau festgelegten Schrittfolgen gearbeitet wird. Der Lernende kann Abläufe auswendig lernen und erzielt mit weniger Aufwand schnellere Erfolge. Die Routine wird den Lernenden seine gesamte Tangozeit über begleiten. Die vorhersehbaren Abläufe erzeugen einen gewissen Gleichklang, der oftmals für Entspannung sorgt.

 

Der Improvisationstänzer wird immer wieder andere Wege suchen, um zum selben Ergebnis (Figuren) zu kommen. Hier ist der Weg das Ziel. Denn es gibt für den Lernenden keine vorgegebenen Schablonen zum Auswendiglernen. Der Aufwand ist viel höher, die Lernzeit dementsprechend länger. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten, zu einer Figur zu finden, ist die Konzentration auf das Tanzgeschehen sehr hoch und die Ebene der Verbindung - durch den Fokus aufeinander - sehr anspruchsvoll.

 

Unser Fazit:

 

Die Möglichkeit, zwei Lernwege im Tango zur Verfügung zu haben, bereichert letztendlich die Tangowelt. Durch Transparenz innerhalb der Tanzszene (z.B. auf der Homepage) sollte es uns möglich sein, die zukünftigen Lernenden da abzuholen, wo sie hinwollen.

 

Wir wünschen viele schöne Tangos

 

Eure Tango Akademie München

 
 
 
 
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